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Die Tarifauseinandersetzung in privaten/öffentlichen Banken spitzt sich zu:
- 14 Stunden Verhandlungen ohne akzeptables Ergebnis völlig unzureichendes Angebot:
o vier Nullmonate
o 2,0 ab 01.07.2012
o 1,1% ab 01.06.2013
o 1,1% ab 01.01.2014
o Laufzeit 30 Monate
- das hieße deutliche Reallohnverluste für die Bankangestellten: umgerechnet weniger als 1,4%
- unter dem Vorbehalt eines deutlich verbesserten Gehaltsangebots (!) haben wir im kleinen Kreis an verschiedenen Sachthemen gearbeitet und Zugeständnisse in Aussicht gestellt
- mit dem völlig unzureichenden Angebot der Bankarbeitgeber sind mögliche Lösungswege zunächst vom Tisch
- Schlussfolgerung der Tarifkommission: Die Arbeitskampfmaßnahmen müssen ausgebaut werden
- in der Abschlussrunde stellten die Bankarbeitgeber selbst einen möglichen vierten Verhandlungstermin in Frage.
Der Verhandlungsweg ist ausgereizt, jetzt müssen die Beschäftigten entscheiden!
Warnstreiks in Banken
Leute, war das ein schöner Tag gestern. Bei strahlendem Sonnenschein standen wir, mehr als 250 Commerzbanker aus Dortmund auf der Straße, um zu protestieren. Den Teilnehmenden ging es im Wesentlichen darum dagegen zu protestieren, dass die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen auf alle unsere Forderungen mit einem NEIN! reagieren.
Nein – zu unserer Forderung zum Beraterschutz
Nein - zu unserer Forderung zum Gesundheitsschutz
Nein – zu mehr Ausbildungsplätzen und garantierter Übernahme
Und zum Gehalt geben sie uns kein Angebot. Da sagen sie, wir sollten erst mal unsere anderen Forderungen abspecken, dann könnten sie ein Angebot vorlegen.
Auch den Vorruhestand wollen sie uns nicht verlängern. Hier bringen sie die Samstagsarbeit ins Spiel. Vorruhestand gegen unsere Bereitschaft auch am Sonnabend zu arbeiten!
Die Kolleginnen und Kollegen in Dortmund haben mir ganz klar gesagt, dass sie solch ein Verhalten der Arbeitgeber, eine solche mangelnde Achtung und Wertschätzung nicht akzeptieren würden. „Jetzt muss ein akzeptables Angebot auf den Tisch, sonst machen wir unsere Filiale auch für länger zu“, hieß es in Dortmund.
Und übrigens: heute bin ich im Saarland. Hier protestieren die Sparkassen-Beschäftigten. Und, was soll ich sagen, so wird es in den nächsten Tagen weitergehen!
Wir sehen uns!
Tarifabschluss mit viel Licht, aber auch Schatten
Diese Verhandlung könnte als eine der Längsten in ver.di in die Geschichte eingehen. Sie begann am 28. März um die Mittagszeit und ging inklusive Beschlussfassung der Bundestarifkommission bis in den frühen Morgen des 31. März. Viel Licht, aber auch Schatten zeichnen das nun gefundene Tarifergebnis aus, zu dem es eine ver.di-Mitgliederbefragung geben wird.
Im Licht steht:
Das Volumen der Entgelterhöhung konnte gegenüber dem 1. Angebot der Arbeitgeber fast verdoppelt werden. Deutliche Steigerungen in den ersten 10 Monaten in zwei Stufen, in Summe um 4,9%. Die Entgeltsteigerungen im Einzelnen: 3,5% ab 1.3.2012, 1,4% ab 1.1.2013 und 1,4% ab 1.8.2013. Laufzeit 24 Monate.
Auszubildende erhalten einen Rechtsanspruch nach Ausbildung auf eine Übernahme von 12 Monaten, unabhängig von der Abschlussnote, aber bedarfsbezogen nach Personalplanung. Bei Bewährung nach den 12 Monaten erfolgt danach eine unbefristete Übernahme. Bewährung heißt: wer keine Abmahnung in dieser Zeit erhielt, erhält den unbefristeten Arbeitsvertrag. Eine neue Fahrkostenübernahmeregelung gibt’s auch noch. Das ist doch was!
Es gibt eine Pauschalzahlung von 300 Euro für Beschäftigte in der EG 2-8 als Ausgleich für die noch fehlende neue Entgeltordnung.
Im Schatten steht:
Wir haben keine soziale Komponente durchgesetzt. Gerade die unteren Einkommensbezieher hätten diese bitter nötig gebraucht. An uns lag`s nicht, wir wollen diese ausdrücklich haben!
Auch die neue tarifliche Urlaubsregelung hat einen Beigeschmack. Das Bundesarbeitsgericht meinte unbedingt, nicht bis nach der Tarifrunde warten zu können- so wurde uns just mitten im Verhandlungsgeschehen das Urteil beschert und gleich vom Arbeitgeber auf den Tariftisch durchgereicht- Mist aber auch! Die Arbeitgeber verlangten eine Lösung und drohten mit Kündigung der Urlaubsregelung. Was wäre die Folge gewesen? Der Rückfall auf die gesetzliche Urlaubsregelung von 20 Tagen (bei einer 5 Tage-Woche). Der Druck auf die Nachwirkung der Altregelung wäre enorm gewesen!
Jetzt haben alle 30 Tage Besitzstand, die 30 Tage auch schon vorher hatten. Alle anderen künftig 29 Tage. Die 55jährigen und älter bekommen auch 30 Tage, die Azubis 27 Tage. Alles mehr als vorher im Tarif geregelt war, aber eben unter BAG. Naja, das gilt erst ab 1.1.2013. In 2012 gilt die Aussage des BAG, dass „nach oben“ anzupassen und also 30 Tage für alle gilt.
- Klar im Schatten auch das kategorische Nein der Sparkassenarbeitgeber nach einem Sparkassentisch! Belegt haben sie dazu nichts, nur viel behauptet! Wir legten nach und lieferten Fakten. Aber sie wollen eben einfach nicht. Die Verdienstprobleme der Sparkässler vor dem Hintergrund von Wettbewerb und Demografie werden ignoriert- noch! Wir bleiben aber am Ball! Das Thema geben wir nicht auf, die Zeit läuft klar für uns!
Alles in allem: Als Paket im schwierigen Umfeld des öffentlichen Dienstes ist das Ergebnis akzeptabel. Jetzt haben die Mitglieder in der ver.di-Mitgliederbefragung das Wort!
Euer Timo Tarif
Kein Gehaltsangebot
Arbeitgeber kramen Samstagsarbeit hervor, lehnen aber tarifliche Regelungen zu unseren Forderungen ab
Kaum sind Tarifverhandlungen im Bankgewerbe und es ist grau und diesig. Vom Sonnenschein der letzten Tage nichts zu sehen. Trotzdem ließen es sich ca. 200 Beschäftigte aus Frankfurt und Umgebung nicht nehmen, die Verhandlungskommission zu begrüßen, die Forderungen zu bekräftigen und den Rücken für die Verhandlungen zu stärken. Das tat mir und den anderen gut!
Bei den Verhandlungen selber erlebten wir nicht mehr das „Nein“ zu allen Themen, aber leider auch kein „Ja“! Ganz im Gegenteil, die Arbeitgeber drohten damit, die bisherige Regelung zum Samstag wieder hervorzuholen, wenn wir den Vorruhestand verlängern wollen. Und vor allem: sie legten noch nicht einmal ein Angebot zur Gehaltsanhebung vor!
Irgendwie kam ich mir vor, als ob die Arbeitgeber uns behandeln, wie Eltern ihre ungezogenen Kinder. „Ein Angebot gibt es nur, wenn Sie substantiell von bestimmten Forderungen Abstand nehmen“, sagten sie. Und: „Wenn Sie den Vorruhestand wollen, bestehen wir auf einer Regelung zur Samstagsarbeit!“ und das schlimmste war: Zum Gesundheitsschutz werden wir keinen Tarifabschluss machen. Vor 18 Monaten haben wir einen Kompromiss gefunden und „jetzt gib Ruhe!“
Leute, Leute. Nun bist du dran! Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 3.5. musst du klar machen, dass die ver.di-Forderungen richtig und wichtig sind! Dafür musst du mit deinen Kolleginnen und Kollegen reden und ihr müsst sicher auch auf die Straße. Ohne Warnstreiks wird es auch bei uns nicht gehen. Da triffst du dann auch die Kollegen aus der Sparkasse und dem Rest des öffentlichen Dienstes.
Ausbilden und übernehmen!
Nur 6 % der Beschäftigten bei den privaten Banken sind Auszubildende. Wie wir meinen viel zu wenig. Und die Zahlen der Sparkassen und Genossenschaftsbanken geben uns Recht. Beide Bankgruppen bilden etwas mehr als 7 % aus. Warum ist das wichtig? Wir stellen jetzt schon fest, dass die Belegschaften der Kreditinstitute im Durchschnitt immer älter werden. Und in wenigen Jahren werden wir feststellen, dass es uns an Nachwuchs mangelt. Deshalb sollten wir jungen Menschen bereits heute eine Chance bieten und sie versuchen auch langfristig an die Banken zu binden!
Und deshalb wollen wir auch, dass Auszubildende nach der Abschlussprüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden.
Auch in meiner Bank wird ein Großteil der Azubis nur befristet übernommen. Aber was bedeutet das für die Kolleginnen und Kollegen? Sie beginnen den Berufsstart mit extremer Verunsicherung. Anpassung und Unterordnung sind angesagt. Bloß nicht auffallen oder gar aufmucken. Die Festanstellung könnte ja gefährdet sein. Und dabei will unsere Gesellschaft eigentlich mündige Bürger. Ich finde unwürdig, was da mit den Azubis geschieht. Deshalb bin ich für die unbefristete Übernahme aller Azubis. Und Du? Was sagst Du dazu?
ÜBRIGENS: Morgen, am 29.3.12 beginnt um 13.00 die 2. Verhandlungsrunde für uns Bankbeschäftigte in Frankfurt.





